Verein
Geschichtliches
Die ASG Uni Bonn ist ein verhältnismäßig junger Verein, sie wurde 1970 gegründet. Einige Studenten wollten nicht nur regelmäßig am Institut für Leibesübungen (heute Sportwissenschaftliches Institut/SWI) kicken, sondern am regulären DFB-Spielbetrieb teilnehmen. Der Verein entwickelte sich also aus dem Hochschulsport heraus, gekickt wurde oben auf dem Venusberg (am SWI). Die direkte Rekrutierung an der Universität führte dazu, dass sich die ASG recht erfolgreich entwickelte. Zeitweilig war die ASG am Spielbetrieb mit vier Mannschaften vertreten, die erste Mannschaft spielte längere Zeit in der Ersten Kreisklasse. Die ASG verkörperte damals auch den Zeitgeist der Universität bzw. des akademischen Milieus (der Verein hieß auch ursprünglich Akademiker Sport Gemeinschaft, daraus wurde später Ausgleichssportgemeinschaft). Der Verein galt daher als unkonventionell und eher alternativ. Aus dem bunten Haufen sind "andererseits" Minister und Staatssekretäre, wie Jo Leinen und Clemens Appel, hervorgegangen. Das Alternative drückte sich nicht zuletzt darin aus, dass Trainer aus den eigenen Reihen bestellt wurden und ehrenamtlich arbeiteten, dass auch die Bezahlung von Spielern oder Spielertransfers abgelehnt wurde. Letzteres ist bis heute so geblieben. Ersteres nicht - die Betreuer der Mannschaften erhalten bescheidene Aufwandsentschädigungen. Seit jetzt bald zehn Jahren wird die erste Mannschaft von einer Trainerin betreut. Das ist im Fußballkreis etwas Einmaliges, wird aber inzwischen nicht mehr als besonders exotisch empfunden.

Die Verbindung zum SWI wurde in den Achtzigern nach und nach gekappt, geblieben ist, dass sich die ASG überdurchschnittlich aus dem akademischen Milieu rekrutiert. Aber sie ist heute "vielfältiger" geworden - sozial wie politisch. Ihren großen Vorzug konnte sie jetzt über drei Jahrzehnte bewahren: Vereinsmeierei wird klein, Spaß am Spiel und an der Gemeinschaft groß geschrieben.

Die chronisch klamme Finanzlage dieses etwas anderen Vereins hat dazu geführt, dass den sportlichen Ambitionen Grenzen gesteckt sind. Anfang der Neunziger spielte der Verein kurze Zeit eine gute Rolle in der A-Klasse. Damals gelang auch der spektakulärste Triumph in der Vereinsgeschichte, der Bonner SC wurde aus dem DFB-Vereinspokal gekegelt. Der damalige Matchwinner ist uns - nach einem kurzen Gastspiel beim 1. FC Hardtberg - bis heute erhalten geblieben: Guido Mölders.

Seit dem Abstieg aus der Ersten Kreisklasse hat die 1. Mannschaft in der B-Liga zumeist eine gute Rolle gespielt, so auch in der letzten Saison 2002/2003. Für den Aufstieg hat es aber nicht ganz gelangt. Wir werden weiter dran arbeiten, wenn es nicht klappt, trinken wir ein Bier zusammen und reden über Gott und die Welt und bessere Zeiten und freuen uns auf die nächste Saison. So sind wir halt.

Paul Schäfer